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Worauf sitzen? Über Kissen, Bänke, Hocker…

Was braucht man zum Meditieren? Eigentlich nichts. Am Anfang hilft eine ruhige Umgebung, aber theoretisch kann man überall meditieren.

Wie hier schon gesagt, ist deine Sitzhaltung eigentlich nicht so entscheidend. Wenn du aber eine knieende Haltung bevorzugst, kann ein Bänkchen hilfreich sein und verhindern, dass die Beine abgequetscht werden oder einschlafen.

Viele Menschen meditieren gern in einer Haltung irgendwo zwischen Schneider- und Yogasitz. Ich auch. Nach meinen Erfahrungen sind dabei zwei Hilfsmittel praktisch:

  • Ein Kissen, auf dem man sitzt. Genauer gesagt, liegt es nur knapp unter dem Po. Es muss also nicht groß sein. Wie dick oder hoch, wie fest oder weich es am besten sein sollte, müssen Sie selbst herausfinden.
  • Als Polster für Fußknöchel und/oder Knie hilft eine mehrfach gefaltete Decke oder ein dickerer Teppich als Unterlage.

Im Web gibt es etliche Anbieter von speziellen Meditationskissen, -decken und -bänkchen etc. Mir gefällt z.B. Yogabox, dort habe ich vor einiger Zeit ein Kissen gefunden, das genau die richtige Höhe für mich hat. Für die Meditationspraxis ist es im Grunde genommen aber vollkommen egal, worauf du sitzt, ob es ein von einem Guru zertifiziertes Kissen mit Dinkelkörnern aus biologischem Anbau oder ein Zementsack ist – solange es für dich bequem ist.

Es gibt selbstverständlich auch Smartphone-Apps als Meditationshilfe: Gongtöne, die das Ende der Versenkungszeit signalisieren. Nice to have, aber nicht wichtig. Ich stelle mir einfach meinen Timer und habe dafür einen angenehm klingenden Harfenton eingestellt. Leise.*

* Nachtrag am 8. Mai 2017: Seit einiger Zeit benutze ich die App „Meditation Time“ und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Ein Blogpost dazu folgt demnächst.

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Die richtige Sitzhaltung beim Meditieren

Wenn von Meditation die Rede ist, werden gern Bilder von entrückt wirkenden Menschen gezeigt, mit geschlossenen Augen im perfekten Lotussitz, die Hände auf den Knien ruhend oder im Schoß zusammengelegt. Perfekte Buddha-Imitationen.

Und schon haben wir das erste Missverständnis, die erste Entmutigung: Viele Betrachter dieser Fotos denken sofort: »Meditation – das kommt für mich nicht in Frage. Ich komme ja nicht mal in diese Yoga-Sitzhaltung, geschweige denn, dass ich sie länger durchhalte!«

Dabei ist eigentlich alles ganz einfach – es gibt nämlich keine einzig richtige Sitzposition für die Meditation. Nur diese Faustregeln solltest du im Kopf behalten:

  • Du darfst in jeder beliebigen Sitzhaltung meditieren. Das kann auf einem Stuhl, Hocker, Kissen, Boden, mit gerade ausgestreckten Beinen oder kniend, im Schneider- oder Lotussitz sein. Jede Haltung ist in Ordnung, die du 20-30 Minuten bewegungslos aushalten kannst.
  • Halte den Rücken möglichst aufrecht und lehne dich nicht an. Sitze so, dass du frei atmen kannst. Das Kinn wird ganz leicht zur Brust geneigt.
  • Trage lockere Kleidung, die nicht einengt.
  • Lege deine Hände entspannt so ab, wie du es bequem findest: auf den Knien (Handflächen nach oben oder unten) oder im Schoß ineinandergelegt.
  • Abzuraten ist nur vom Meditieren im Stehen oder Liegen (die Gefahr des Wegdösens oder Einschlafens ist zu groß – und im Stehen fällst du womöglich noch um).

Das ist alles. Auf der Seite des Zen Mountain Monastery findest du weitere Erläuterungen zum Sitzen in der Meditation (englisch).