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Was Meditation bewirkt

Bereits in den 1970ern forschte  Jon Kabat-Zinn an den Zusammenhängen zwischen körperlichen Vorgängen und geistigen Aktivitäten. Daraus entwickelte er das MBSR-Konzept (Mindfulness-Based Stress Reduction, deutsch: achtsamkeitsbasierte Stressreduktion), das Elemente aus dem Hatha-Yoga, dem Vipassana und dem Zen miteinander verbindet. Die Stressbewältigung mit MBSR funktioniert über Lenkung der eigenen Aufmerksamkeit und Entwicklung von Achtsamkeit. Kabat-Zinn trug maßgeblich dazu bei, das Konzept der Achtsamkeit und die Meditation in Medizin, Gesellschaft und Gesundheitswesen bekannt zu machen.
Seine Arbeit führte zu weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen der Meditation, heute vor allem von Hirnforschern. Meditation wird längst nicht mehr als esoterisch belächelt oder rein religiöse Praxis missverstanden – immer mehr Studien belegen ihren Nutzen.
Hier eine kurze Zusammenfassung der beeindruckenden Wirkungen, die bei regelmäßig Meditierenden beobachtet wurden:

  • Meditation stärkt das Immunsystem und schwächt somit die Anfälligkeit für Krankheiten.
  • Meditation senkt den Blutdruck und damit das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko.
  • Meditation verringert Drogenmißbrauch jeder Art und senkt das Bedürfnis nach schädlichen Gewohnheiten.
  • Meditation senkt das Schmerzempfinden – erleichtert also den Umgang mit chronischen Schmerzen.
  • Meditation verringert die Konzentration des Stresshormons Cortisol und bestimmter Proteine im Blut, die bei entzündlichen Erkrankungen eine Rolle spielen.
  • Meditation hilft Ängste zu bewältigen.
  • Meditation baut Stress ab, stärkt innere Ruhe und Gelassenheit und verbessert den Schlaf.
  • Meditation verlangsamt mentale und physiologische Alterungsprozesse.
  • Meditation verbessert motorische, kreative und kognitive Fähigkeiten und die Konzentrationsfähigkeit.
  • Medititation erhöht die Selbstwahrnehmung und -akzeptanz.
  • Meditation stärkt das Einfühlungsvermögen in andere Menschen und verbessert die Beziehungs- und Kommunikationsfähigkeiten.
  • Meditation führt langfristig zur Überwindung von starren Denk- und Verhaltensmustern.
  • Meditation erhöht das allgemeine Wohlbefinden.

Genug Gründe für fast jeden, sofort mit dem Meditieren zu beginnen, oder?
Aber wie gesagt: Die Wirkungen treten nur bei regelmäßiger Meditation auf. Manche schon nach ein paar Tagen, manche nach Wochen oder erst nach Jahren.

Vorsicht: Wer unter Depressionen, unverarbeiteten Traumata oder Psychosen leidet, sollte unbedingt therapeutischen Rat suchen. Bei psychischen Krankheiten sind therapeutische Begleitung und eine Anleitung zum Meditieren Pflicht. Meditation ist keine Form der Selbsttherapie!

Hier noch ein paar Lesetipps zum Thema Wirkungen von Meditation:
SZ (2/2015), Spuren im Kopf
SPIEGEL Online (12/2013), Die lernende Seele
ZEIT Online (12/2011), Achtsam ist heilsam
ZEIT Online (1/2008), Kernspin im Nirwana