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Zeit haben: Lichtenberg, Gandhi und Captain Picard

»Man sollte nie so viel zu tun haben, daß man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat.«
Georg Christoph Lichtenberg

»Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.«
Mahatma Gandhi

»Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich […] sind wir alle nur sterblich.«
Captain Jean-Luc Picard in Star Trek

Zum Thema Zeit ein sehr guter Text in brand eins: Rasender Stillstand

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»Meditieren kann jeder lernen«

»Meditieren kann tatsächlich jeder lernen, und in unserer hektischen Zeit tut es vielen Menschen gut, sich auf sich selbst zurückzuziehen. (…) Meditation hilft uns, zu sehen, was ist – in uns und um uns herum. Es geht darum, in Frieden mit der Welt zu sein, seine inneren Widerstände und Konflikte aufzulösen. Wenn uns an einem Menschen etwas stört, versuchen wir ja meistens, ihn zu ändern. Das funktioniert aber nicht, wir müssen bei uns ansetzen. Über unsere Sicht der Dinge haben wir Kontrolle. Nicht ständig zu werten und zu urteilen, bringt mehr Balance, Energie und Gelassenheit in unser Leben.«
Rajesh Ramani war Banker, buddhistischer Mönch und arbeitet jetzt als Meditationslehrer im thailändischen Kamalaya Resort.
Zitiert aus BRIGITTE, Dezember 2015

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Ruhe in den Menschen

»Das ist eigentlich unsere einzige moralische Aufgabe: sich selbst große Flächen urbar zu machen für die Ruhe, für immer mehr Ruhe, sodass man diese Ruhe wieder auf andere ausstrahlen kann. Und je mehr Ruhe in den Menschen ist, desto ruhiger wird es auch in dieser aufgeregten Welt sein.«
Etty Hillesum, 29. September 1942

EttyHillesum

Etty Hillesum wurde 1914 im niederländischen Middelburg in ein liberales jüdisches Milieu hineingeboren, studierte Slawistik und wurde Lehrerin. 1942 deportierten die Nazis sie in das Durchgangslager Westerbork, im September 1943 nach Auschwitz. Dort wurde sie im November ermordet. Das Zitat stammt aus ihrem 1981 veröffentlichten Tagebuch Das denkende Herz der Baracke.

Foto: Unbekannter Fotograf, gemeinfrei via Wikimedia Commons

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Was in der Meditation passiert

Krishnamurti: Wo also beginnt das Schweigen? Beginnt es, wenn das Denken endet? Hast du je versucht, mit dem Denken aufzuhören?
Der Fragende: Wie macht man das?
Krishnamurti: Ich weiß es nicht, aber hast du es je versucht? Zunächst einmal, wer ist das Wesen, das versucht, das Denken anzuhalten?
Der Fragende: Der Denkende.
Krishnamurti: Es ist ein anderes Denken, nicht wahr? Das Denken versucht, sich selbst Einhalt zu gebieten, und so kommt es zum Kampf zwischen Denker und Denken … Das Denken sagt: Ich muss aufhören zu denken, dann werde ich einen wunderbaren Zustand erleben. … Der eine Gedanke sucht den anderen zu unterdrücken, also kommt es zum Konflikt. Wenn ich dies als eine Tatsache erkenne, es ganz sehe, es völlig verstehe, es wirklich begreife … dann ist der Geist still. Und wenn der Geist still ist, um zu beobachten, zu schauen, zu sehen, dann geschieht dies auf natürliche und leichte Weise.
Jiddu Krishnamurti, You are the World (1972)

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Meditation, der Schlüssel zur inneren Wandlung

»Wollen wir unseren Geist wirklich umwandeln, so geht dies nicht ohne Meditation. Meditation ist der Schlüssel zur Wandlung. Das Gebet, das Rezitieren von Mantras und das Studium buddhistischer Texte allein genügen noch nicht, um eine erkennbare und dauerhafte innere Veränderung herbeizuführen. Zu diesem Zweck müssen wir jeden Tag und regelmäßig meditieren. Worauf es allerdings ankommt, ist die Qualität der Meditation, nicht die Dauer der einzelnen Sitzung. Meditieren bedeutet, »den Geist an etwas zu gewöhnen«. Das Wesen der Meditation besteht darin, dass wir den Geist darin üben, sich zu ändern. Da jede Veränderung ihre Zeit braucht, ist es wichtig, dass wir unsere Praxis als Langzeitprojekt anlegen. Es empfiehlt sich, morgens an einem ruhigen Ort zu meditieren, bevor man den Tag beginnt. Beim Meditieren ist unser Geist zugleich das Werkzeug, mit dem wir arbeiten, und das Material, das bearbeitet wird. Daher ist es besser, wenn er noch klar und frisch ist. Es gibt verschiedene Formen der Meditation. In der analytischen Meditation machen wir beispielsweise von unserer Denkfähigkeit Gebrauch. Diese Art der Meditation ist nicht ausschließlich Buddhisten vorbehalten. In der westlichen Wissenschaft spielt das rationale Denken eine ebenso wichtige Rolle wie im Buddhismus. Eine andere Form der Meditation ist es, sich auf ein einzelnes Objekt zu konzentrieren, damit der Geist lernt, sich zu sammeln, und dadurch zur Ruhe kommt. Diese Technik empfiehlt sich zum Beispiel, wenn wir unruhig oder ängstlich sind. Unser Geist hat die Gewohnheit, ständig nach außen zu blicken, zu kritisieren, sich in der Außenwelt zu verlieren – das erzeugt innere Unruhe. Meditation hilft uns dabei, uns zu konzentrieren, den Geist wieder nach innen zu holen und dort verweilen zu lassen. Dadurch kommen wir zur Ruhe. Wir schauen unseren Gedanken zu, wie sie kommen und gehen, ohne uns auf sie einzulassen. Das ist ein bisschen so, als würden wir dem Kommen und Gehen der Meereswellen zusehen. Es ist sehr wohltuend und lässt uns mit anderen Augen auf die Welt und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen blicken. Es liegt allein an uns, ob wir uns in den verschiedenen Meditationstechniken üben und uns von Grund auf ändern wollen.«
Aus: Ratschläge für ein erfülltes Leben, Dalai Lama und seine tibetischen Meister

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Fokussieren

»Meditation lehrt, das Abdriften hin zu bestimmten Gedanken zu bemerken und mit Gleichmut zu reagieren, das Gefühl loszulassen. (…) Es ist so, als würden Sie nach und nach kleine Flammen löschen, die in Ihnen auflodern möchten. (…) Sie fühlen genauer, was in Ihnen vorgeht, nur haben Sie die Freiheit, nicht unbewusst zu reagieren.« Ulrich Ott

Der Übende durchläuft beim Meditieren vier Phasen: Fokussieren – abdriften – das Abdriften wahrnehmen – wieder fokussieren. Mit der Zeit lernt man so, Abstand zu »schlechten« Gefühlen zu bekommen.